Transformative Netzwerktechnologien - Entwicklungstrends für 2016

München, Starnberg, 15. Dez. 2015 – Einschätzungen zu Technologietrends bzw. Entwicklungen im Netzwerkbereich für Rechenzentren von Brocade...

Zum Hintergrund: Organisationen haben 2015 begonnen, den Weg der digitalen Transformation zu beschreiten und in ihren Märkten so einen Wandel eingeläutet. Es ist abzusehen, dass 2016 noch mehr Unternehmen intelligente Maschinen und transformative Technologien wie Third-Platform-Computing und New-IP-Netzwerkstrategien einsetzen werden. Welche Toptrends der transformativen Technologie werden 2016 und darüber hinaus aus Sicht des Herstellers im Networking eine entscheidende Rolle spielen? Nachfolgend eine aktuelle Einschätzung des RZ-Netzwerkspezialisten Brocade:

  1. "... Die Cloud nimmt mehr Fahrt auf: nach Untersuchungen der Marktforscher von IDC soll über die Hälfte aller IT-Aufwendungen in Third-Platform-Computing fließen. Bis 2020 werden voraussichtlich sogar über 60% der IT-Budgets für cloudbasierte Technologien ausgegeben. Die Migration bestehender IP-Netzwerkarchitekturen zu New-IP Netzwerken wird weiter zunehmen und schon fast zum Mainstream-Trend werden. Hinter dieser Entwicklung steht der Wunsch von Unternehmen und Service-Providern, ihre Netzwerke in offene, softwarebasierte Plattformen zu verwandeln und so die Innovation voranzutreiben, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern.

  2. Softwarebasierte Netzwerke sind ohne Zweifel die Zukunft: Über das letzte Jahr hinweg ist das Thema Software Rechenzentren ebenso transformiert wie Netzwerke im Allgemeinen. Das liegt daran, dass immer mehr Service-Provider und Unternehmen sich Software-defined Networking (SDN) und der Virtualisierung von Netzwerkfunktionen (NFV) zuwenden, um neue Services schneller einzuführen, einfacher zu skalieren und nutzerzentrierter bereitzustellen. So werden wir 2016 eine verstärkte Implementierung innovativer, offener und automatisierter Softwarenetzwerkplattformen beobachten, da immer mehr Unternehmen und Service-Provider zu New-IP-Netzwerken migrieren. Der zunehmende Einsatz der x86-Serverarchitektur wird diese Transformation beschleunigen, weil dadurch in vielen Bereichen anzutreffende, hochspezialisierte Netzwerkhardware, wie z. B. Application Delivery Controller (ADCs), ersetzt werden kann. Bei ADCs ist die Transformation zu einem virtuellen Modell (vADC) bereits im Gange, um Unternehmen und Service-Providern die Möglichkeit zu bieten, bei Bedarf die Kapazität zu skalieren, um auch Workload-Spitzen abfedern zu können. Dabei durchdringt Software in immer stärkerem Maße jeden einzelnen Aspekt dieses Virtualisierungstrends.

  3. Die Bedeutung von Sicherheit steigt rasant an: In Unternehmen, die in der New-IP-Netzwerkumgebung von heute aktiv sind, wird die Forderung nach cloudbasierten Applikationen immer lauter. Zudem müssen sie in den Bereichen soziale Medien, mobiles Internet und Big Data aktiv werden. Allerdings beeinträchtigen Netzwerkangriffe und Sicherheitsverletzungen nach wie vor die Servicebereitstellung und damit auch die Zuverlässigkeit von Netzwerk und Service. New-IP-Netzwerklösungen bieten Unternehmen die Möglichkeit, fortschrittlichere Sicherheitslösungen zu nutzen, die von vornherein ins Netzwerk integriert sind und nicht irgendwann später an eine bestehende Infrastruktur „angeflanscht“ wurden. Das Netzwerk selbst kann dabei überaus wachsam sein, da es nicht nur den Zugang überwacht, sondern auch das Nutzerverhalten im Blick behält. So lassen sich unerwünschte Aktivitäten schnell identifizieren und verhindern. Sicherheitsservices lassen sich zudem auch virtualisieren, sodass Unternehmen genau an den kritischen Punkten für individuell definierte Sicherheit sorgen können – nach Region, Standort, Funktion, Gruppe, Einzelnutzer oder Applikation.

  4. DevOps werden eine deutlich größere Rolle spielen: DevOps, oder andere agile Methoden der Softwareentwicklung, die Services und geschäftliche Anforderungen stärker in Einklang bringen, werden als Mittel zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei Unternehmen und Service-Providern an Einfluss und Beliebtheit gewinnen. Nach Angaben der IDC werden Unternehmen, die eine digitale Transformationsstrategie verfolgen, ihre Kapazitäten in der Softwareentwicklung bis 2018 mehr als verdoppeln. Firmen, die auf praxisorientierte Entwicklerteams setzen, die nicht durch die starren Strukturen der traditionellen Produktentwicklung ausgebremst werden, sind in Sachen kundengerichtete Innovation klar im Vorteil. Dieser Vorteil schlägt sich bei der Entwicklungsgeschwindigkeit ebenso nieder wie in den Bereichen Kundennähe und Kundenbindung.

  5. Big Data und Analytics werden noch ein ganzes Stück größer: Unternehmen, die in der Lage sind, der zunehmenden Datenflut Herr zu werden, haben schon gewonnen. Viele dieser Firmen werden Startups sein, die Big Data nutzen, um auf Analysen basierend strategische Entscheidungen zu treffen. Während auf der einen Seite die Datenmengen immer gewaltiger werden, trifft das auf der anderen Seite auch auf die Chancen, die Wissensanforderungen und die Nachfrage nach analytischen und kognitiven Services zu. So wird die Fähigkeit, Big Data in Echtzeit in Business Intelligence zu verwandeln, jedem Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen.

  6. Maschinelles Lernen startet durch: Maschinelles Lernen ist der Computing-Durchbruch, der erst durch Big Data ermöglicht wurde. Bereits Anfang 2016 wird man Folgendes beobachten können: Algorithmen, die aus riesigen Mengen netzwerkbasierter Daten und Metadaten lernen und auf dieser Basis sogar Voraussagen treffen können, werden die Welt der Rechenzentren und Netzwerke verändern. Dieser Prozess hat bereits begonnen. Man denke nur an die Veränderungen, die Funktionen wie Sprach- und Gesichtserkennung in der Unterhaltungselektronik und bei den entsprechenden Cloudservices verursacht haben. In der Folge wird Anomalieerkennung in rasantem Tempo zu einem zentralen Punkt der Netzwerksicherheit avancieren.

  7. Der Aufstieg von Telekommunikation mit virtueller Architektur: Mobilnetzbetreiber (MNOs), die Probleme haben, mit den unbeständigen Kundenanforderungen und Marktchancen Schritt zu halten, werden sich 2016 auf SDN und NFV stürzen. Das Risiko, den Anschluss zu verlieren, wird mit jedem Tag größer werden, denn Carrier und Service-Provider, die dem Thema Veränderung offen gegenüberstehen, werden das Rennen um 5G und das Ökosystem des Internets der Dinge bis 2020 für sich entschieden haben.

  8. Nachwuchskräfte sind Mangelware: Anbieter, Service-Provider und Unternehmen kämpfen zunehmend um einen begrenzten Pool von Nachwuchskräften, die über die geforderten Codierungskenntnisse und das nötige technische Wissen verfügen. Dieses Thema wird immer dringlicher, und die Unternehmen sollten ihre Personalstrategien und Richtlinien überdenken, wenn sie neue Leistungsträger gewinnen, entwickeln und halten wollen. Technische Qualifikationen, die noch vor nicht allzu langer Zeit als Ticket für eine Top-Position im Networking-Bereich angesehen wurden, verlieren in Zeiten der automatischen Systembereitstellung und selbstprogrammierender Netzwerke immer mehr an Bedeutung. Zudem erfordern kritische Netzwerkpositionen künftig erweiterte Analyse- und Codierungskenntnisse, die man zurzeit aber nicht häufig antrifft."